Garten

Tomatenhaus selber bauen – ein Erfahrungsbericht

9. Juni 2021
tomatenhaus_selber_bauen

Als wir vor ein paar Jahren im April in unser Haus gezogen sind, wollten wir die erste Gartensaison nicht ungenutzt verstreichen lassen. Wir haben auf die Schnelle ein erstes Beet angelegt und einen guten Platz für die Tomaten gesucht. Ein richtiges Gewächshaus kam erstmal nicht in Frage, da wir den Garten erst kennen lernen wollten. Also haben wir kurzerhand ein einfaches Tomatenhaus selbst gebaut.

Tomaten gedeihen am besten an einem sonnigen, warmen und windgeschützten Platz. Das Nachtschattengewächs mag es zwar feucht, aber Wasser auf den Blättern sollte unbedingt vermieden werden. Ein Dach überm Kopf schützt also vor Regen und verhindert, dass sich durch die Feuchtigkeit auf den Blättern Pilzkrankheiten wie die Kraut- und Braunfäule ausbreiten können.

Anforderungen an unser selbst gebautes Tomatenhaus

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Beim Bau des Tomatenhauses haben wir Wert darauf gelegt, dass es leicht und mobil ist. So dass wir es bei Bedarf auch umstellen können. Wir haben uns daher für eine einfache Konstruktion aus Dachlatten und Gewächshausfolie entschieden. Drei Seiten sind durch die Folie fest verschlossen. Die Vorderseite ist offen, kann jedoch bei Bedarf geschlossen werden. Das Dach besteht aus einer lichtdurchlässigen Wellplatte.

Die Entscheidung ein mobiles Tomatenhaus zu bauen, war für uns die richtige Entscheidung. Denn zwischenzeitlich steht es an einem ganz anderen Platz im Garten. Voraussetzung für die Mobilität ist, dass wir die Tomaten in Töpfe pflanzen. Die Töpfe stehen auf alten Terrassendielen, die wir mit der Lattenkonstruktion verschraubt haben. So verteilt sich das Gewicht der Töpfe und das Tomatenhaus kann bei stürmischem Wetter nicht wegfliegen.

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Der Anbau in den Töpfen hat für mich noch einen weiteren Vorteil. Tomaten sind Starkzehrer und müssen deshalb in einem Beet jedes Jahr an eine andere Stelle gepflanzt werden. Mit dem Anbau in Töpfen kann ich dies umgehen. Zudem erwärmt sich die Erde in den Töpfen schneller.

Tomaten benötigen eine Rankhilfe an der sie emporwachsen. An der Decke des selbst gebauten Tomatenhauses haben wir Juteschnüre befestigt. Das Ende der Schnur binde ich vorsichtig um den Stängel, knapp über der Erde befestige ich es mit einem Knoten. Danach wird die Juteschnur vorsichtig um den Haupttrieb gelegt. Mehr Informationen zum anbinden von Tomaten findest du bei Parzelle 94.

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Die Vorderseite des selbst gebauten Tomatenhauses kann ich ganz einfach verschließen. Die Unterseite der Gewächshausfolie ist an einer Dachlatte befestigt. Damit kann ich die Folie aufwickeln und oben angekommen auf die Halterung legen. Diese Funktion war in diesem Jahr Gold wert. Denn so konnten die Tomaten während der Regentage gut geschützt im Tomatenhaus bleiben. Auf diese Weise herrscht im Tomatenhaus auch bei schlechtem Wetter eine etwas höhere Temperatur. Wichtig ist nur, dass immer wieder gelüftet wird und damit frische Luft rein kommt.

Lohnt sich der Bau eines Tomatenhauses?

Auch wenn unser selbst gebautes Tomatenhaus recht einfach gehalten ist und damals auf die Schnelle gebaut wurde, hat sich der Bau absolut gelohnt. Denn die Tomaten entwickeln sich darin immer sehr gut. Neben den Tomaten im Tomatenhaus, habe ich immer auch einige Pflanzen direkt an der Hauswand (Südseite) stehen. Diese sind also auch überdacht, aber stärker dem Wind ausgesetzt. Der Unterschied in der Entwicklung ist deutlich zu sehen, obwohl bis auf den Standort alles zeitgleich erfolgt ist.

Unser selbst gebautes Tomatenhaus steht nun schon die vierte Saison im Garten. Es steht ganzjährig draußen und zeigt noch keine großen Verschleißerscheinungen. Würden wir das Tomatenhaus heute noch einmal bauen, würden wir die Holzkonstruktion ein wenig anders gestalten. Hier mussten wir nachträglich zur Stabilität noch ein paar Querstreben ergänzen. Aber man lernt ja mit jedem Bauprojekt etwas dazu 🙂

Alles in allem ist es ein gut funktionierendes, kleines Gewächshaus. Die Kosten waren mit Dachlatten, Gewächshausfolie und Wellplatte überschaubar. Und was als kurzfristige Übergangslösung gedacht war, steht vermutlich noch ein paar weitere Jahre in unserem Garten. Wenn du also über den Bau eines Tomatenhauses nachgedacht hast, kann ich es Dir nur empfehlen es einfach auszuprobieren.

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